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Hufrehe - Ein Schrecken für den Pferdebesitzer?!

Der Herbst steht wieder vor der Türe und mit ihm erneut die erhöhte Gefahr, an einer Hufrehe zu erkranken. Dafür verantwortlich sind u.a. die tieferen, frostigen Nachttemperaturen unter acht Grad Celsius, gefolgt von einem sonnigen Morgen, was die Pflanzen dazu veranlasst, ihre produzierten Fruktane vermehrt zu speichern und nicht wie bei warmen Temperaturen in Wachstum umzusetzen.

 

Die Fruktane in Gras und Heu gehören u.a. zu den leicht vergärbaren Kohlenhydraten. Durch die leichte Verdaulichkeit wird im Darm Milchsäure produziert und der pH-Wert sinkt. Wichtige Darmbakterien sterben ab und die Gifte, die dadurch entstehen, gelangen in den Blutkreislauf. Im Huf entstehen feine Blutgerinnsel, was zu Durchblutungsstörungen führt. Die Blutgefäße ziehen sich aufgrund der Übersäuerung des Körpers zusätzlich zusammen.

Definition Hufrehe

 

Die Hufrehe ist eine Entzündung der Huflederhaut und gehört zu den schmerzhaftesten Erkrankungen des Bewegungsapparates der Pferde. Damit aus einer leichten Entzündung der Huflederhaut kein chronischer Rehepatient wird, ist eine frühzeitige Diagnostik und Therapie essentiell. Die Entzündung verursacht Durchblutungsstörungen der fein verästelten Gefäße des Hufbeinaufhängeapparates, die zu starken Schwellungen führt und Flüssigkeit im Bereich der Lederhaut austreten lässt. Dieser Flüssigkeitsaustritt begünstigt den Ablösungsprozess der reißverschlussartig ineinander greifenden Leder- bzw. Oberhautblättchen. Äußerlich ist eine Verbreiterung der weißen Linie erkennbar.

Eine Rotation und/ oder auch Absinken des Hufbeins können folgen. Dabei kann die Hufbeinspitze starken Druck nach unten ausüben, sie verformt sich und bricht im schlimmsten Fall durch die Sohle hindurch (Hufbeindurchbruch). Nicht außer Acht zu lassen ist der Aspekt, dass dieser Bereich eine hohe Nervenversorgung aufweist und dementsprechend stark schmerzempfindlich ist.

 

Die unterschiedlichen Phasen der Hufrehe

 

Stadium 1: Prodromalstadium, Initialstadium, Vorläuferstadium

  • abwechselndes Entlasten der Beine
  • klemmiges Gangbild
  • wärmere Hufe
  • Pferd sucht weicheren Untergrund
  • Pulsation der Zehenendarterien
  • Reaktion auf Hufabdruckzange v.a. im Zehenspitzenbereich
  • Lahmheit

  

Stadium 2: Akutes Stadium

  • Verstärkte Pulsation der Zehenendarterien
  • „Sägebockstellung“ / Beine vorgestreckt
  • Trachtenfußung
  • Pferd bewegt sich ungern
  • warme Hufe

 

Stadium 3: Chronisches Stadium (bereits 48-72 Stunden nach Beginn der akuten Rehe!)

  • häufig deutlichere Sägebockstellung
  • Pferd liegt viel
  • Pulsation der Zehenendarterien sehr stark
  • Apathischer Zustand
  • Kalte Hufe
  • Vermehrte Fußung auf Trachte
  • Sohlendurchbruch und Ausschuhen möglich

 

Das chronische Stadium kann es ohne akute Symptomatik, aber auch mit wiederkehrenden Reheschüben und schwerem Symptomatischen Verlauf geben.

 

 

Rehe Ursachen bzw. Auslöser

 

Die Hufrehe beim Pferd kann unterschiedlichste Ursachen habe, dabei müssen diverse Risikofaktoren und Begleiterkrankungen mit einbezogen werden. Eine einfache Antwort, warum es zu einer Hufreheerkrankung des Pferdes kam, ist oftmals nicht auszumachen.

  • Belastung und Traumata
  • Übergewicht
  • Futter: übermäßige Kohlenhydrataufnahme
  • Stoffwechsel: EMS;PPID
  • Intoxikationen: Medikamente, Giftpflanzen
  • Nachgeburtsverhalten
  • Infektionskrankheiten

 

Erste Versorgung bei Hufrehe durch den Pferdebsitzer

  • Hufe kühlen: z.B. Crushed Ice in Hufverband
  • Ursachen abstellen, falls diese bekannt sind bzw. vermutet werden
  • Hufverbände mit dickem Polster
  • Box gut einstreuen, damit das Pferd weich stehen kann
  • Harte, v.a. steinige Böden vermeiden
  • Tierarzt rufen, damit frühzeitig mit Diagnostik und Therapie begonnen werden kann

Ergänzende Informationen können dem Leitfaden der Gesellschaft für Pferdemedizin entnommen werden.

 

 

Download
Hufrehe Leitfaden 2017 - GPM
Empfehlungen zur Sorgfalt bei der Diagnostik und Therapie der Hufrehe
Hufrehe Leitfaden der GPM 2017.pdf
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