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Atypische Weidemyopathie

Die atypische Weidemyopathie wird auch als der "plötzliche Weidetod" bezeichnet. Hiefür verantwortlich ist der Bergahorn mit seinem Toxin Hypoglycin A, welches in den Samen und Keimlingen enthalten ist.

 

Besondere Gefährdung besteht für die Pferde im Frühjahr und Herbst, wenn nach starken Regen und Wind sowie erstem Kälteeinbruch, die Bergahornsamen auf den Weiden zu finden sind. Gut genährte, oftmals junge Pferde, die viele Stunden auf frostig-feuchten, ungepflegten und überweideten Wiesen gehalten werden, gehören zur Risikogruppe an dieser rapide fortschreitenden Muskelerkrankung plötzlich zu erliegen.

 

 

 

 

 

 

Symptome:

  • plötzlicher steifer Gang
  • Zittern
  • Schwitzen
  • Koordinationsstörungen
  • schnelle Atemfrequenz
  • erhöhter Puls
  • kolikartige Symptomatik
  • Dunkelfärbung des Urins (Myoglobin aus zerfallenen Muskelfasern färbt Urin rot-braun)
  • Festliegen

Da die Giftkonzentration in den Samen des Bergahorns variiert und auch die Reaktionen eines Körpers unterschiedlich sind, könnte der Verzehr einer Hand voll Samen bereits ausreichend sein, um einen tödlichen Verlauf hervorzurufen. Das Hypoglycin A hemmt den Fettstoffwechsel und folglich die Energieversorgung von u.a. Atem- und Herzmuskulatur.

Symptomatische Therapien sind von vorsichtiger bis schlechter Prognose.

 

Deswegen gilt: Vergiftungen vorbeugen durch ...

  • Bergahornbäume erkennen: Link
  • Pferdeweiden, die in unmittelbarer Umgebung von Bergahornbäumen, im Herbst und Frühjahr nicht benutzen
  • Ahornsamen wenn möglich von der Weide entfernen
  • Abgegraste Flächen rund um diese Bäume meiden
  • ausreichend Raufutterangebot und wenn möglich Fütterung nicht unmittelbar unter derartigem Baumbestand

Die Überlebenschance steht in direktem Zusammenhang mit der Menge des aufgenommenen Giftes und einer frühzeitigen medizinischen Versorgung.

 

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